Donnerstag, 1. Dezember 2016

message for you.

Selten für mich, aber ich lege meine Wäsche zusammen, statt sie wie immer vom Wäscheständer zu verbrauchen. Als ich eine Socke in die Hand nehme knistert es. Hä? Ist das ein Einkaufszettel und wie kommt der da rein? Als ich ihn auffalte und lese fange ich an zu lachen, ich lache einfach vor mich hin. Meine beste Freundin ist so süss manchmal, in den Momenten an denen man garnicht damit rechnet und ob sie anwesend ist oder nicht, bringt sie einen zum lachen. Ich klebe den Zettel sofort zu den anderen an die Wand, während ich immernoch lächeln muss.

...

Ich laufe ins Klassenzimmer mit einer Aufrichtigkeit, wie noch nie. Meine Kursleitung sitzt vor der Klasse am Tisch um Banalitäten zu besprechen, bevor die eigentliche Dozentin kommt. "Selina! Huch, die Hoar, wo sind die hin?!" Ich lache sie an, nein. Ich strahle quer durch den Raum, und sage ihr dass diese im Müll sind. Sie grinst mich an und sagt dass es mir gut stehen würde, worauf ich nur noch mehr strahle und ihr erkläre dass die Bahn einfach nicht kam. Mit einer gleichgültigen Geste widmet sie ihre Aufmerksamkeit wieder der Klasse zu.
Ich setze mich neben meine beste Freundin, ziehe meine Jacke aus bevor ich meine Käsebretzel aufesse. Es ist mir egal, alles. Heute ist es mir egal. Ich strahle heute.

Ich war lange die, die lange rote Haare hatte. Ich war lange mit Jemandem zusammen, der nicht gut für mich war. Ich habe mich lange von meiner homophoben Familie dirigieren lassen.
Ich habe lange alles in mich hineingefressen, nur um nicht das Monster zu sein.
Habe zu oft die Klappe gehalten, um einen Streit zu vermeiden, obwohl das Verhalten der anderen Personen unmöglich war.
Tja, das ist jetzt im Müll.
Genau wie meine Haare.
Ich habe ein schönes Gesicht, wir dürfen das alle mal sehen hahaha. Jeder darf sich selbst lieben und so sein wie er das möchte. So aussehen wie er das möchte. Es wird immer Jemanden geben, der das schön findet. Ich wiederhole mich, wir sind nie allein.

Sei stark, für dich. Sei das, was du willst. Wir leben nur einmal. Das Leben ist zu kurz um sich das nehmen zu lassen, was einen wirklich gut fühlen lässt.

...

Als meine Friseurin den letzten Schnitt macht und mir durch die Haare fährt mache ich das erste mal richtig die Augen auf. Kopf hoch, Augen auf. Und ich sehe das erste mal mich selbst. Ich bin frei, sagt Michael Bauereiß.
Ja, ich bin frei. Und ich bekomme das Grinsen nicht aus dem Gesicht.
YES!



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Feminismus.

Feminismus.
Wer sich mit der Materie nicht auskennt, sollte nichts dazu sagen. Feminismus betrifft weder ausschliesslich Frauen, noch heisst es, dass man Männer hasst.