Sonntag, 4. Dezember 2016

it's fine.

Wisst ihr was viel schmerzhafter ist als Trauer und Wut oder so ähnlich?
Gleichgültigkeit.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich zu meiner besten Freundin den wohlbekannten Satz sage: du verstehst das nicht.
Ich glaube auch nicht dass es irgendwie darum geht, dass das deine Freunde verstehen. Wohlmöglich ist dadraussen irgendein Mensch, der das vielleicht verstehen könnte - aber träumen kann man bekanntlich viel.
Klar, ist es frustrierend, am liebsten willst du irgendwas hören, dass dir den Weg zeigt. Wo ist es richtig? Wo muss ich hin? Was macht mich glücklich?
Glücklich, hahaha.
Ich bin nicht der Typ dafür, ich kenns nicht, und geniessen durfte ich dieses Gefühl wohl auch in kleinsten Massen.
Ich habe einmal in meinem Leben einen Menschen kennengelernt, der mir etwas wie Hoffnung gab.
Und das endete im Desaster.
Nicht jeder der kaputt ist hat von Anfang an diese supergeilen Kompetenzen, die hatte nichtmal ich, nicht so dass sie dafür gereicht hätten.

Damit komme ich zu etwas, was mich mein Leben lang nicht loslassen wird. Während mein Tättowierer die ersten eineinhalb Stunden kaum mit mir spricht, sagt er in der zweiten Hälfte der Zeit Dinge, die ich nicht hören wollte.
Ich meine, wenn du deine Narben übertättowieren lässt und einen Menschen da neben dir hast, der nur ein bisschen Verstand und Charackter hat, ist es eigentlich klar dass du am Ende ne Message auf den Weg mitbekommst. "Die Menschen die vergessen dich, niemand wird sich an dich erinnern. Warum solltest du nicht dass tun, was du tun willst? Keiner erinnert sich, am Ende bekommst du nicht mal einen feuchten Händedruck." Er schmunzelt als er das sagt und ich muss an einen bestimmten Menschen denken. Young, Wild & Free. Ich mach was ich will, was mich glücklich macht, auch wenn ich nicht weiss was es ist. Ja, klar. Er hat auch recht, ich meine will ich 20 Jahre in der Pflege arbeiten, mit 40 bereuen dies oder jenes nicht getan zu haben? Was er sagt ist wunderschön, aber ich bin im Krieg mit meinen Ängsten, immer hab ich eine Ausrede weshalb ich dies oder jenes nicht tun kann. Ich sage ihm, dass man eben Kompromisse eingehen muss, mit seinen Freunden und der Familie, um sich loszureissen und das zu machen was man selbst möchte. Er setzt die Nadel kurz ab, schaut mich an und sagt nein. Wenn du Kompromisse eingehst, machst du wieder nicht zu 100% das was du willst. Manchmal muss man die Menschen zurücklassen, wenn es nur um dich geht.
Das klingt ziemlich hart und egoistisch was er da sagt, aber ich weiss worauf er hinaus möchte.
Man kann das auch einfach mit dem bekannten Sprichwort ausdrücken: Wer sich selbst nicht liebt, kann nicht geliebt werden.
Wann hab ich mal das gemacht was ICH wollte? Ich habe zwei Jahre gebraucht um mir die scheiss Haare abschneiden, naja abrasieren zu lassen. Und jetzt ruf ich meine Mutter nichtmal an, weil sie mich töten wird deswegen. Bea sagt, ich soll mir eine Selbstverständlichkeit aneignen, sodass mir keiner was sagen kann. Achja, klar. Einfach so.
Aber ich weiss nicht was ich unbedingt machen will. Entweder ich habe zu grosse Angst, bin zu faul oder ich bins mir nicht wert.
Es ist schwer, Selbstverständlichkeit nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln. Ich meine, auch wenn es total banal ist, ich finde es schade wenn Menschen sich so abwerten. Ich hab einmal diesen Menschen gebraucht und wurde am nächsten Tag als eine der vielen Exfreundinnen abgestempelt. Wo war die Menschlichkeit? Nur weil es manchen schneller glückt eine Lücke zu füllen und sich neu und besser zu verlieben, muss man in Bezug auf einen Menschen nicht nur die gescheiterte Beziehung sehen. So scheisse bin ich auch nicht. Ich bin mehr als eine der Exfreundinnen, aber das wissen eigentlich alle. Aber whatever, mit Selina kann man das ja machen.
Dieses: aaach, sooo toll warst du auch nicht. Es gibt was besseres als dich. Blablablabla.
Ich weiss nicht ob ich das glauben oder ignorieren soll, ich freue mich mit ganzem Herzen, jedem soll sein Glück gegönnt sein, keine Frage.
Nur muss man mich immer so schlecht machen?
Waldemar hat recht, die Menschen vergessen dich. Du bist deines eigenen Glückes Schmied.
Es geht um dich dich dich.
Aber ich kann das einfach nicht. Alle denken an sich, ich immer an andere.
Es ist nicht schlimm, wenn dich jemand anscheinend nicht mehr liebt. Es ist grausam, dass du einem Menschen egal geworden bist. Naja, kommt immer auf den Menschen an.
Ich vergesse niemanden, nichts. Ich lüge nicht, wenn ich etwas verspreche. Während alle anderen mich und all die Erinnerungen in den nächsten Mülleimer werfen.
Ich bin nicht sicher, ob mich diese Eigenschaften irgendwann glücklich machen werden.
Denn im Moment machen sie mich verdammt unglücklich.
Ach, vielleicht ist das einfach mein Ding.
But that's nothing new. :)

Ich schätze ich habe das Prinzip von zwischenmenschlichen Beziehungen immernoch nicht verstanden. Aber das ist egal.
Mir ist echt alles egal.
Es ist mir so egal, dass es mich schon richtig frustriert. Gleichgültigkeit lähmt dich, du kannst nichts mehr machen, dich nicht bewegen.
Aber naja, egal.

Falls euch das jetzt depremiert, scheisst einfach drauf.



Schönen Start in die Woche, xoxo.

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Feminismus.

Feminismus.
Wer sich mit der Materie nicht auskennt, sollte nichts dazu sagen. Feminismus betrifft weder ausschliesslich Frauen, noch heisst es, dass man Männer hasst.