Mittwoch, 27. Januar 2016

331.' - take me home.

24.01.16 18 Uhr

Der Bus fährt allmählich los und ich habe einen Kloss im Hals. Ich will hier nicht weg. Mir steigen Tränen in die Augen und ich verfluche mich für meine emotionale Ader. Meine Nase ist sowieso schon zu, mist. Ich sitze neben einer etwas älteren Dame, der ganze Bus ist voll.. scheiss drauf. Ich hole meine heiligen Nasentropfen aus meiner Handtasche und gebe mir erstmal ne Dröhnung. Ich stecke die Kopfhörer ins Ohr, scheiss Lied, ich muss wieder heulen. Ich versuche mich zusammen zu reissen und ziehe immer wieder die Nase hoch, selbst höre ich es ja nicht. Idiot. Ich bemerke eine Bewegung rechts von mir. Ich ziehe einen Kopfhörer ausm rechten Ohr und drehe mich zu ihr. Sie bietet mir ein Hustenbonbon an, oh gott, sie muss denken ich sei erkältet. Ich bräuchte zwar keins, aber ich finde es so unglaublich goldig. Also nehme ich mir eins, bedanke mich und warte ob sie noch mit mir reden will. Einen Moment bin ich so unglaublich gerührt und muss innerlich über mich selbst lachen. Als nichts mehr von ihr kommt, stecke ich mir den Kopfhörer wieder ins Ohr und mache positive Musik an. Ich lehne mich zurück und lächele vor mich hin. Als ich aussteigen muss bleibt sie sitzen, war ja klar dass sie nicht hier wohnt denn sie war nett, wir sagen uns noch tschüss und ich steige aus um mich nach dem schönen Wochenende mal wieder aufzuregen.
Hallo Heimat, ich bin wieder da.

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27.01.16

Wir müssen Entscheidungen im Leben treffen, die manchmal unmöglich scheinen.
Lerne ich jetzt noch? Gehe ich morgen zur Schule? Esse ich noch was? Der rote oder der blaue Stift? Antworte ich ihr oder nicht? Bleibe ich in meiner Heimat oder gehe ich?
Bin ich willig es zu schaffen? Will ich es ?
Will ich so ein Leben?



Fragen über Fragen und ich bin total confused. Also atme ich durch, ich habe viel Kraft getankt dieses Wochenende. Ich lehne mich zurück und schaffe mir einen Überblick.
Wozu der ganze scheiss Stress? So wird es nicht funktionieren.
Ich wache morgens auf und ich kann klar sehen. Ich kann endlich wieder denken, es ist okay. Ich gehe zur Schule und konzentriere mich, ich versuche zu verstehen, auf dem Weg eine gute Krankenschwester zu werden.
Ich gehe mit meiner besten Freundin einkaufen und kaufe viele Gerichte, die man leicht zubereiten kann. Die ich gerne mag. Ausserdem hab ich jetzt endlich Soja Sosse.
Sie schafft etwas Ordnung in meiner Wohnung (Kleinigkeiten, die ich gewissenhaft ignoriere), wir bringen den haufen Kartons weg.. tadaa!
Sieht doch viel besser aus.
Abends gibt es Lasagne und wir laden auch J.T. ein. Wir essen, trinken etwas Wein, hören Musik und lachen. Aber wir lachen wirklich. Ich habe keine Ängste oder Sorgen die mich fertig machen, ich lehne mich erneut entspannt zurück. Wir lernen etwas für die Klausur diese Woche.
Ein ganz normales Leben.
Man muss irgendwann einfach Prioritäten setzen. Entscheiden, was als erstes dran ist.
Was wirklich wichtig ist. Und wisst ihr was wirklich wichtig ist?
Ich selbst.
Es ist mein Leben. Ich hab soviel für meinen Lebensweg bis jetzt investiert, ich wäre irre das einfach wegzuschmeissen. Ich muss endlich lernen die Dinge etwas lockerer zu nehmen. Ich bin dran. Ich war es die ganze Zeit und jetzt erst recht.
Es wird Zeit gut zu mir zu sein und fair. Damit ich auch so zu den Menschen um mich herum sein kann. Diese Gleichung ist ganz leicht.
Die Jahre in denen soviel wichtiges passiert sind hart. Ausbildung, Führerschein, erste Liebe und Beziehung, in die eigene Bude ziehen. Es ist krass wie man all das bewältigt. Aber es geht.
Das sind die Jahre, in denen man wichtige Sachen vollbringt. Hinfällt und aufsteht.
Und danach, kann man sich erst recht entspannt zurück lehnen.
Dann kann ich mir Gedanken um die Frau machen, die mir Samstag morgens (für mich vormittags) Pancakes macht. Ich finde meinen Plan toll.


Ja, der ist schon ganz super.
Jetzt heisst es einfach den Kopf über Wasser halten.
Augen zu und durch.




















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Feminismus.

Feminismus.
Wer sich mit der Materie nicht auskennt, sollte nichts dazu sagen. Feminismus betrifft weder ausschliesslich Frauen, noch heisst es, dass man Männer hasst.