Donnerstag, 14. Januar 2016

327.' - L.H.

Ich liebte Berlin, als ich das erste mal als kleines Mädchen, ca 10 Jahre alt durch diese Stadt lief.
Ich liebte es. Bis ich 15, 16 war hatte es sich festgesetzt: ich will da eines Tages hinziehen. Unbedingt.


April 2014, ich war gerade 17 geworden und tritt ganz stolz meine Ausbildung an. Wir wurden unserer Klassenlehrerin zugeteilt, setzten uns in einen Stuhlkreis. Da hab ich sie schon gesehen, liebes nettes Mädchen. Die raucht nicht mal, dachte ich. Mit der werd ich nichts zutun haben.
Ich konnte liebe nette Leute nie leiden. Wir gehen raus um eine zu rauchen und stehen da in ner kleinen Gruppe, Raucher treffen sich immer als erstes. Sie ist dabei und ich bin verwundert, so sieht sie garnicht aus. Aber hübsch ist sie. Ist bestimmt ne Streberin denke ich, und wir reden kaum miteinander.

Im laufe der nächsten Monate bemerken sie und ich dass wir zwei von drei Realschülern in der Klasse sind, dass wir die Abiturienten hassen sowie auch die Wohnheimbewohner. Sie wohnt da noch, möchte aber mit ihrem Freund zusammen ziehen. Das so eine einen Freund hat, ist klar, denke ich. Als ich frage wie lange sie schon zusammen sind, sagt sie 6 (oder 8) Monate. Ich sage ihr vorsichtig, dass das ziemlich früh ist. Er ist ihretwegen nach Heidelberg gekommen sagt sie.
Das stimmt irgendwas nicht, das spüre ich sofort. Tja, irgendwie werden wir Freundinnen. Aber sie ohne ihren Freund? Ne niemals. Der Idiot ist überall mit inbegriffen, es kommt kaum oder sehr selten vor dass wir etwas alleine unternehmen. Er nimmt ihr soviel von ihrer Selbst weg und sie bemerkt es nicht. Als wir uns schlussendlich als beste Freundinnen bezeichnen, sage ich es ihr vorsichtig. Aber sie verneint es immer.

Ich erfahre dass sie aus Berlin kommt. Ich glaube fast dass es Schicksal ist. Aber natürlich will sie mit ihm zurück und mit einem Pärchen? Hahahahaha. Ich bin doch nicht geistes gestört.

Es ist schwer, ich kann mich nie richtig an ihr festhalten. Sie ist nur halbherzig da, sie kümmert sich durchgehend um ihre Beziehung, von der ich weiss, dass diese nicht funktionieren wird.
Ich rufe sie weinend an und sie sagt sie kommt, wenn sie mit ihrem Freund gegessen hat. Das sitzt bis heute immernoch tief. Ich bin verdammt nachtragend ich weiss.
Vor allem seit der Sache mit ihrem (heute) Exfreund weiss ich das. Er hat sogar mich kleingemacht und gesagt ich soll ihr nichts sagen. Ich wollte zudem nicht zu ihr hinrennen und sagen: duu? sorry aber das ist ein ekelhaftes Schwein"
Du kannst nicht zu deiner "besten" Freundin hingehen, und über ihre grosse Liebe (ihre Worte) sowas sagen wie: du ähm, der wollte mich knallen."

Als ich es ihr im Endeffekt doch sagen muss, trennt sie sich von ihm und ich habe Hoffnung dass sie vielleicht doch die beste Freundin ist, die in ihr steckt. Es tut mir unglaublich weh, wie sehr sie darunter leidet, aber wenn der Sturm vorbei ist wird sie wieder atmen. Ich weiss das. Eine Zeit lang sind wir ein Herz und eine Seele, aber ich bin noch immer wütend auf sie. Irgendwann kümmert sie sich um Berlin. Um ihre Freunde dort. Alter, wir kann man soviele Menschen kennen? Ihre Heimat, ihre Leute.
Jedesmal wenn ich sie frage ob sie da wieder hingehen will, sagt sie sie weiss es nicht.
Sie ist nur halbherzig da. Sie ist.. keine Ahnung was das Problem ist.

Sie ist niemand den ich um 4 Uhr morgens anrufen würde. Das Gefühl gibt sie einem nicht.
Sie ist der Typ Frau bei dem sich jeder wünscht, dass es mehr als Freundschaft ist.
Auch ich gehörte zu diesen Leuten. Als sie mich gefragt hat ob ich mit ihr hier wegziehen würde.
Nagut, ich gehörte zu diesen Leuten, seit unserer ersten Kippe zusammen.
Nachdem sie scheisse fabriziert hat, was sich etwas wie verarscht angefühlt hat.. raufen wir uns wieder zusammen. Ich frage mich immer wieder was sie unter einer besten Freundin versteht.
Mir wird nach und nach bewusst, dass sie für mich nicht das tun würde, was ich für sie tun würde.
Sie lässt mich wieder im Stich und ich frage mich wozu das ganze noch gut sein soll.
Warum nennst du dich dann beste Freundin? Dann sei ehrlich und sag du hast keinen Bock. Denn ich wäre für dich da, selbst wenn ich am verbluten wäre. Das ist der Unterschied zwischen uns, dieser Unterschied ist verdammt enttäuschend. Es tut weh. Sie sagt sie muss ehrlich zu mir sein, sie will nach dem Examen wieder zurück nach Berlin und ob ich doch mitkommen würde. Bitte? Noch was? Damit du mich dort auch noch fallen lässt? In einer riesen Stadt, die ich nicht kenne.
Weisst du was? Da ich dir eh nur das nötigste wert bin, geh doch einfach.
Verschwende keinen Gedanken an Selina, okay?

Ich verstehe nicht, wie ein so lieber Mensch so kalt sein kann. Sie geht einfach mal spontan nach Belin, denkt nichtmal daran mich zu fragen. Denkt nicht eine Sekunde daran, dass ich hier kaum Jemanden habe. Wie dreckig es mir geht, verdammte scheisse.
Ich glaube, sie will nicht wirklich, dass ich mit ihr hier wegziehe.
Sie nimmt mir meinen Traum einfach weg.
Macht den Mund nicht auf. Verteidigt mich oder lügt für mich nur dann, wenn ich sie dazu überrede.

Ich weiss ihr geht es nicht gut.
Aber das zeigt genau das was ich gesagt habe.
Sie würde für mich nicht dasselbe tun.

Ich bin so verletzt und enttäuscht. Ich verstehe es selbst nicht.
Ich gebe mir soviel Mühe. Weihnachten, Silvester.. ein Jahr vorher hat sie mich hier auch alleine gelassen. Trotzdem hab ich mir soviel Mühe gegeben, obwohl ich keine Kraft dazu hatte.
Für was?
Damit du dennoch meine Hand nicht nehmen kannst?

Ich falle hin, du drehst dich um und siehst mich mit diesen traurigen Augen an.
Aber dann drehst du dich weg und verfolgst weiter dein Ziel.
Ich halte dich bloss auf. Lauf einfach, lauf.

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Feminismus.

Feminismus.
Wer sich mit der Materie nicht auskennt, sollte nichts dazu sagen. Feminismus betrifft weder ausschliesslich Frauen, noch heisst es, dass man Männer hasst.