Samstag, 24. Oktober 2015

301.' - pain.

"Diesmal wirst du nicht gewinnen, nur weil du versuchst den Spieß umzudrehen."

Aber sie hat gewonnen. Sie gewinnt diese Kämpfe immer. Jedes mal rufe ich an, wie ein Köter, wie das letzte Stück dreck. Und sie WEISS sogar, dass ich das tun werde. Wie tief bin ich nun gesunken? Dass ich dem sogar nachgehe. Denn ich bin schließlich die erste, die nicht atmen kann. Dessen Herz nicht mitmacht, die so nicht einschlafen kann. Das einzigste das mich über Wasser hält, ist daran zu glauben, dass sie tatsächlich nicht weiss was sie da tut.
Warum nehmen die Leute ein "ich kann nicht mehr" nie ernst? Warum schlagen die Alarmglocken nie? Das zwischen uns ist ein Machtkampf, in dem es nur um eins geht: ich lass nicht zu dass du mich verlässt oder verlassen könntest. Vorher verlasse ICH dich. Oder ich drohe es dir zumindest an. Jedesmal versuche ich den Schmerz zu überwinden, die Liebe siegen zu lassen und dafür zu danken, so eine Frau an meiner Seite haben zu dürfen.
Aber irgendwann lässt der Schmerz nicht mehr nach. Ich habe Angst, es nicht erklären zu können. Ich habe so verdammt Angst, dass sie es nicht verstehen wird. Wisst ihr, ich bin am Ende diejenige die mit ihrer besten Freundin telefoniert und zwischen "ich kann das nicht mehr" und "ich will sie nicht verlieren"  keine Luft mehr bekommt. Es ist grausam so etwas zu tun. Denn genau dass ist das Problem: wir sind die Spezies Mensch, die wissen was sie sagen. Also eigentlich wissen wir das sehr gut, nur können wir das nicht zurückhalten. Und wenn wir es könnten, würden wir es nicht einsehen. Ein beschissenes Prinzip, ich weiss. Diese Eskalationen Zeugen von vorher erlebten Machtlosigkeiten. Sobald wir das Gefühl haben dass es nicht weitergeht, sagen wir Dinge, die die andere Person an den Rand der Verzweiflung bringt. Damit könnten wir womöglich erreichen, dass die andere Person nachgibt oder vielleicht sogar an unsere Gefühle denkt. Wir sind grausame Menschen, die ihre Schwächen auf andere projizieren. Und wenn das dann auch noch zwei Frauen sind, die sich auch noch lieben und eine Beziehung führen, ist es aussichtslos. Diese Kämpfe gehen bis ans bittere Ende, bis aufs Blut.
Wir lassen uns so lange bluten, bis einer ohnmächtig wird. Ich glaube so kann man es sich vorstellen. Das seltsame ist, ich bin immer die erste. Und es passiert immer wieder und immer schneller. Das muss aufhören. SOFORT.
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Ich habe eine Kurskameradin, die ist 35 und hat eine vierjährige Tochter. Wir sind zu viert in der Pause, mit meiner besten Freundin und noch einer Kurskameradin. Ich weiss nicht mehr worüber wir geredet haben, aber es kam dazu dass ich sagte, hee ich habe eine Freundin. Kurskameradin, 35 Jahre alt schaut mich verwundert an und sagt: doch wieder?
Ich sage ja, so ist das mit der Liebe und ich finde es gut so. Dann haut sie einfach raus: ach immer diese jungen Leute, zusammen getrennt zusammen getrennt..
Ich werde sauer und sage, dass man das mit sowas überhaupt nicht vergleichen kann. Ich versuche mich irgendwie rechtzufertigen, einfach aus dem Grund weil ich nicht will dass man das als banale Jugendbeziehung sieht. Das ist es für mich nicht.
Sie lacht nur und sagt: Selina, ich habe mich von dem Mann meines Lebens dreimal getrennt, weil ich so wütend war und weil es nicht mehr ging. Wenn ich das heute zu ihm sage, nimmt er es garnicht ernst.
Mir fällt ein Stein vom Herzen, sowas ist nich abnormal oder einschneidend dramatisch. Ich denke das ist Liebe. Diese knallharten Worte über sich ergehen zu lassen, aber zu wissen dass der andere trotzdem nicht gehen wird. Aber wir schaden uns immer mehr mit dieser Garantie. Unsere Garantie sollte sein, dass wir bleiben und eine Lösung finden. Nicht dass wir darüber nachzudenken, zu gehen. Jedes verdammte Mal. 

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Feminismus.

Feminismus.
Wer sich mit der Materie nicht auskennt, sollte nichts dazu sagen. Feminismus betrifft weder ausschliesslich Frauen, noch heisst es, dass man Männer hasst.